Roland Oppelt | Presse – Mit den Händen arbeiten und Ideen verwirklichen
Körbe & Korbwaren nach Maß, Rattanmöbel, individuelle Neuanfertigungen, historische Kostbarkeiten, Reparaturen, Flechtkurse & Seminare im Flechtzentrum-Ost
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Presse – Mit den Händen arbeiten und Ideen verwirklichen

“Für Roland Oppelt ist es einer der schönsten Berufe, weil er als Korbmacher kreativ formen und Materialien kombinieren und eigene Ideen verwirklichen kann.

Kürzlich kam er begeistert aus Polen zurück. Beim 3. Weltfestival der Korbweide und des Flechtgewerbes hatte er Gelegenheit, Flechter aus aller Welt zu erleben. Mit seinem eingesandten Exponat – einem eckigen Picknickkorb – überzeugte er zudem die Jury und belegt Platz 2 in der Kategorie eingesandte Arbeiten „Gebrauchsform“.

„Natürlich freue ich mich darüber“, sagt der waschechte Waldsieversdorfer Roland Oppelt, aber wichtiger und interessanter als ein Preis war für mich die Atmosphäre in Nowy Tomysl, einer polnischen Kreisstadt in der Woiwodschaft Großpolen… über 100 Flechter aus 40 Nationen.

„Das war toll, sehr entspannt, aber auch sehr kollegial.“, so der Handwerksmeister.

Als Korbflechter sei man ja fast immer ein Einzelkämpfer und er empfand es als sehr anregend und spannend, sich mit Berufskollegen auszutauschen.

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Picknickkorb von Roland Oppelt
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Altrömischer Weidensessel, Römerkastell Saalburg

Dabei kam der 45-Jährige eigentlich mehr durch Zufall zu diesem ursprünglichen Handwerk

– immerhin flechten die Menschen schon seit mehr als 10 0000 Jahren ihre Behältnisse – bei der Ferienarbeit bei einem befreundeten Korbmacher. Ich wollte viel lieber Tischler werden.“, meint er schmunzelnd. „Aber auch beim Flechten von Körben hat man ja das schöne Gefühl, mit den eigenen Händen etwas zu schaffen“, erinnert er sich an seine ersten Flechtversuche. 1986 begann Roland Oppelt seine Lehre beim Korbmacher. „Anstrengend“, sagt er rückblickend: “Die ersten Wochen schmerzten meine Hände unentwegt!“ Aber er habe durchgehalten und während der zweijährigen Lehrzeit viel gelernt, auch den Weidenanbau, denn zu DDR- Zeiten hätte jeder Korbflechter seine eigene Weidenkultur gehegt und gepflegt, um genügend Flechtmaterial zu haben.

Sein Ziel, einmal selbstständig zu arbeiten, kreativ Formen und Materialien zu kombinieren, hatte er immer vor Augen. Nach Abschluss der Ausbildung, im Jahr 1988 zog es den jungen Mann nach Berlin. Er habe bei einem bekannten Flechter im Prenzlauer Berg gearbeitet, erzählt er, auch für Theater oder Museen und dadurch andere Technologien und Materialien kennengelernt.

Später nach den Wendewirren, die seinen Wunsch nach einer eigenen Werkstatt bestärkten, zog es ihn in die Heimat zurück. „Ich liebe eben das ruhige Leben auf dem Dorf.“

1990 war es dann so weit: In einem alten Friseursalon in Waldsieversdorf eröffnetet Roland Oppelt mit viele Elan und jugendlichem Optimismus seine eigene Flechtwerkstatt.“ Korbwaren waren gefragt, in der DDR sogar Mangelware.

Anfangs lief es auch prima für Roland Oppelt, aber dann kam die Währungsunion. „Plötzlich wollte niemand mehr Geld für Körbe ausgeben“, so der sympathische Mann, der jedoch nicht resignierte, neue Ideen suchte, Unbekanntes ausprobierte.

Doch zunächst absolvierte Roland Oppelt seine Meister- Ausbildung bei einem echten Meister seines Faches, Erich Peters, einem renommierten Dresdener Korbflechter. „Ein Könner“, sagt Oppelt über ihn und: „ Vieles was ich heute kann, habe ich bei ihm gelernt.“

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Arbeiten von Roland Oppelt

In der eigenen Werkstatt probierte er nun viel aus, Rattanmöbel, die „weggingen wie warme Semmeln“, Dekorationsstücke, besondere Stuhlgeflechte, sowie Bänke. Der Phantasie und dem Ideenreichtum des jungen Manns waren keine Grenzen gesetzt. Auch auf Wochenmärkten oder Stadtfesten war sein Stand oft zu finden. Dies hat sich geändert. Heute wird er zu besonderen Kunsthandwerkermärkten eingeladen, wo er sein Handwerk und seine Arbeiten präsentiert.

Seine geschickten Hände fertigen u. a. Körbe nach sehr speziellen und historischen Vorbildern, beispielsweise für Museen. Weiterhin flechtet er Sonderanfertigungen mit speziellen Maßen, Sitzbänke für Bäder oder Sitzgruppen für Cafés, Sichtschutzwände, Lastenkörbe für holländische Fahrräder oder dekorative kleine Kunstwerke für Haus und Garten aus verschiedensten Materialien. Flechtmaterial wird heute über den Großhändler bestellt, aber Weide sei nach wie vor sein Lieblingsmaterial. Für seine Arbeiten verwendet er aber auch Rebe, Birke, sowie Rattan, eine schnell wachsende, kletternde Palmenart aus Asien.

Geflochtenes ist wieder aktuell. Im Trend seien mehrfarbige ungeschälte Weidenkörbe. Einige besondere Stücke sind in seiner Werkstatt zu finden. Ansonsten fertigt Oppelt auf Bestellung. Und es läuft gut für ihn. „Seit ein paar Jahren heißt mein Beruf Korb- und Flechtwerkgestalter“, weiß Roland Oppelt und das sei richtig so. Für ihn machten die vielen gestalterischen Möglichkeiten seinen Beruf attraktiv, „einer der schönste Berufe“, schwärmt er, denn auch heute noch wird das Korbmacherhandwerk durch die geschulten Hände eines Flechtwerkgestalters und nahezu ohne Maschinen ausgeführt.”

 

Autorin: Barbara Schulz
Artikel erschienen in Deutsches Handwerksblatt Frankfurt/Oder, Dezember 2015